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Haft für Windows 7-Raubkopierer

Bild RaubkopieZu sechs Jahren und drei Monaten Haft wurde der Strippenzieher eines früheren Software-Händlers verurteilt, weil dieser hunderttausende gefälschte Windows 7-Versionen verkauft hatte. Auch für die ahnungslosen Kunden kann der Betrug noch ein Nachspiel haben.

Ein erstes Urteil im Fall des wegen Betrugs geschlossenen Online-Shops ist jetzt gegen einen Hauptbeschuldigten ergangen. Das Landgericht Halle verurteilte den Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs sowie Verstößen gegen das Urheber- und Markenrecht zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten. Der geständige Berliner hatte seit 2012 hunderttausende Raubkopien von Microsoft-Produkten im Internet zu Dumpingpreisen vertrieben. Microsoft sowie Zoll und Staatsanwaltschaft konnten nachweisen, dass es sich bei den Datenträgern und Echtheitszertifikaten um gefälschte DVDs mit dem Programm Windows 7 handelte.

Anwender, die oft unwissentlich illegale Kopien von Windows 7 bei dem ostdeutschen Händler gekauft und nun im Einsatz haben, müssen damit rechnen, dass Microsoft solche Raubkopien entdeckt. Spätestens wenn ein Update auf kostenloses Windows 10 erfolgen soll, hat Microsoft bereits Schutzmaßnahmen gegen einen Gratis-Bezug des neuen Betriebssystems angekündigt. Auf dem PC des Nutzers soll dann ein Wasserzeichen auftauchen, mit dem Hinweis auf eine illegale Windows 7-Version.

Haft für Windows 7-Raubkopierer

SMS-Nutzung sinkt deutlich

Der SMS-Versand ging 2014 in Deutschland um über 40 Prozent zurückHandy-Nutzer versenden immer seltener SMS-Nachrichten. Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Threema verdrängen die klassische Kurznachricht.

Seit der Einführung des Short Message Service(SMS) Anfang der 1990er Jahre kletterte die Nutzung Jahr für Jahr, bis der Boom 2012 mit fast 60 Milliarden verschickter SMS seinen Höhepunkt erreichte. Doch seitdem geht es bergab: 2014 wurden nur noch 22,5 Milliarden SMS in Deutschland verschickt, ein Minus gegenüber dem Vorjahr von 41 Prozent. Das ergab eine Untersuchung des ITK-Branchenverbands Bitkom.

Der Grund für diesen Niedergang hat einen Namen: WhatsApp. Der weltweit bekannteste Messenger-Dienst, aber auch andere auf Apps basierende Dienste wie iMessage, Skype, Google Hangout oder Threema haben in kürzester Zeit das Kommunikationsverhalten grundlegend verändert. Die Alternativen zu SMS sind attraktiver, vor allem junge Smartphone-User nutzen kaum noch SMS.

Dennoch wird der Short Message Service nicht ganz verschwinden. Da eine SMS ausschließlich im Mobilfunknetz verschickt wird und ein internetfähiges Handy dazu nicht nötig ist, verwenden Banken SMS beim Online-Banking. Bei der iTAN erhalten Bankkunden für jede Transaktion einen Code per SMS. Auch viele Internetdienste haben den SMS-Versand als Teil ihres Authentifizierungsverfahrens in ihre Sicherheitskonzepte aufgenommen. Die SMS wandelt sich von einem Mitteilungsservice für Massen zu einer Spezialanwendung im geschäftlichen Umfeld.

SMS-Nutzung sinkt deutlich

Deutschland bei DSL nur Mittelmaß

DSL DeutschlandBeim schnellen Internet hinkt Deutschland hinterher. Mit durchschnittlich 8,8 MBit/s reicht das in Europa nur für den 15. Rang. Europäischer Klassenprimus ist Schweden.

Wirtschaftliches Wachstum, mehr Beschäftigung und steigender Wohlstand hängen mittlerweile vom Internet ab, sagt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur auf seiner Internetseite Zukunft-breitband.de. Je leistungsfähiger das Internet, desto besser für eine starke Volkswirtschaft wie Deutschland.

Allerdings ist Deutschland im internationalen Vergleich beim schnellen Internet derzeit nur Mittelmaß. Denn laut dem auf Datenübertragung spezialisierten Technologieunternehmen Akamai belegt Deutschland bei der DSL-Geschwindigkeit in Europa nur Platz 15. Deutsche surfen durchschnittlich mit 8,8 MBit/s.

Die beste Internet-Infrastruktur weist Schweden auf: Hier surfen die Nutzer im Schnitt mit 14,6 MBit/s im Internet. Ähnlich schnell sind Schweizer und Niederländer im Netz unterwegs. Für seine Studie hat Akamai den weltweiten Datenverkehr im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2014 analysiert.

Deutschland bei DSL nur Mittelmaß

Digitale Angriffe auf jedes zweite Unternehmen

Bitkom Grafik Digitale AngriffeGut die Hälfte (51 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahren Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden. Das hat eine Studie des Digitalverbands Bitkom ergeben.

Für die Studie wurden Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche von 1.074 Unternehmen repräsentativ befragt. Der am stärksten gefährdete Wirtschaftszweig ist die Automobilindustrie mit 68 Prozent betroffenen Unternehmen. Es folgen die Chemie- und Pharma-Branche mit 66 Prozent sowie Banken und Versicherungen mit 60 Prozent.

Nach Berechnungen des Bitkom beläuft sich der entstandene Schaden für die gesamte deutsche Wirtschaft auf rund 51 Milliarden Euro pro Jahr. „ Bitkom-Präsident Dieter Kempf warnt: „Viele Unternehmen schützen ihre materiellen und immateriellen Werte nicht ausreichend. Gerade der Mittelstand muss beim Thema Sicherheit nachlegen." Laut Umfrage sind mittelständische Unternehmen mit 61 Prozent am stärksten von Spionage- oder Sabotageakten betroffen.

Das am häufigsten auftretende Delikt ist der Diebstahl von IT- und Kommunikationsgeräten: In 28 Prozent der befragten Unternehmen sind in den letzten zwei Jahren zum Beispiel Computer, Smartphones oder Tablets gestohlen worden.

17 Prozent der befragten Unternehmen berichten vom Diebstahl sensibler elektronischer Dokumente oder Daten und 16 Prozent von Sabotage ihrer IT-Systeme oder Betriebsabläufe. Bei acht Prozent der Unternehmen ist die elektronische Kommunikation ausgespäht worden. Unter den großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern beträgt dieser Anteil sogar 15 Prozent. In acht Prozent aller Unternehmen sind Besprechungen oder Telefonate abgehört worden.

Grafik: Bitkom

Digitale Angriffe auf jedes zweite Unternehmen
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